DRIFT. - live at Ilses Erika

24.02.2022 // 21:30 Uhr

Wenn uns das Virus keinen weiteren Strich durch die Rechnung macht, dürfen wir Anfang Mai DRIFT. bei uns begrüßen!
 
https://www.facebook.com/driftwithtime
 
präsentiert von Ox-Fanzine, ByteFM und NEØLYD
 
VVK via Tixforgigs: https://www.tixforgigs.com/de-DE/Event/35793/drift-ilses-erika-leipzig-tanzcafe-ilses-erika
 
„Eine perfekte Leinwand, um die Vision der Zukunft ganz neu zu gestalten, bunt und alt, festlich und vom Rost zerfressen. Prachtvoller Tempelschmuck und keimfreie Robotersprache in enger Verflechtung.“ (Jack Smith)
„Drift“ ist das Soloprojekt der in London lebenden Künstlerin Nathalie Bruno. Ihre Debüt-EP „Black Devotion“ erschien 2015 bei dem italienischen Label Avant!. Nach diversen Auftritten in Großbritannien und auf dem europäischen Festland sowie der Veröffentlichung ihrer zweiten EP „Genderland“ im Jahr 2017 beschloss sie, sich in ihr Studio im Osten Londons zurückzuziehen. Sie wollte sich ganz auf verschiedene neue Ideen und Einflüsse konzentrieren, die sich nun alle in ihrer ersten LP mit dem Titel „Symbiosis“ niederschlagen.
Natalie sagt dazu:
„Das erste Samenkorn für ‚Symbiosis‘ wurde mit einem Buch gelegt, das ich zufällig in einem Second-Hand-Laden in Finsbury Park gefunden habe, Die vierte industrielle Revolution von Klaus Schwab. Die Lektüre hat mich sehr nachdenklich gemacht, und ich habe angefangen, mich selbst und die Welt um mich herum gründlich zu beobachten. Danach habe ich mir – als eine Art Therapie – zum Ziel gesetzt, bis Ende des Jahres ein Album fertigzustellen. Ich hatte noch keine Ahnung, was und wie, aber es war klar, dass es nicht einfach nur eine „Single-Sammlung“ werden würde. Die Songs sollten mit einander verwoben sein, einen Zusammenhang, eine gemeinsame Botschaft haben, ohne als klassisches Konzeptalbum zu erscheinen.
 
Was mich vor allem interessiert hat, waren Klänge in jeder Form: klassische Musik, die Elektronik-Pioniere der Siebzigerjahre wie Harmonia, Cluster oder Faust, die New Yorker Tape-Experimentalisten, die Avant-Pop-Landschaft von Chris & Cosey bis zu John Lennon, Yoko Ono, Kate Bush und Broadcast. Zu ihnen empfand ich eine große Nähe. Gleichzeitig habe ich in dieser Zeit alle möglichen Bücher und Filme verschlungen, habe jedes Wort, jedes Bild irgendwo in meinem Kopf abgespeichert. Und dann habe ich sie Stück für Stück, ohne Druck, wieder hervorgeholt und mir gleichzeitig alte Songs noch einmal vorgenommen, die ich im Lauf der Jahre aufgenommen hatte. Irgendwann sind dann aus alten Sounds, aus Synthesizer-Schnipseln oder irgendwelchen Probeaufnahmen auf meinem Handy neue Sounds entstanden ... und mit einem Mal war da ein Zusammenhang, ein Sinn erkennbar.
 
Auf die Idee für den Titel bin ich durch ein Buch von William Burroughs gekommen. Bis dahin war das Wort Symbiose nicht Teil meines aktiven Wortschatzes, was mich wundert, weil man es fast überall hört oder liest. Der Begriff bietet so vielfältige Interpretationsmöglichkeiten, dass darin vom Inhalt der einzelnen Songs über den Produktionsprozess der Platte bis hin zu meiner Haltung gegenüber der Welt eigentlich alles enthalten ist.
 
Das Cover von Jack Smith halte ich für ein echtes Meisterwerk. Nachdem ich im Internet auf Jacks Werk gestoßen war – kleine Skizzen oder unglaublich detaillierte Science-Fiction-Comics –, wollte ich ihn unbedingt für das Cover gewinnen. Er lebt in Birmingham, und so haben wir regelmäßig telefoniert oder gemailt, um über Künstler zu sprechen, die uns beeinflusst haben, und Ideen auszutauschen. Bei ihm hatte ich das Gefühl, dass er versteht, was ich aussagen will, und ich war mir sicher, dass es ihm gelingen würde, die Atmosphäre der Musik einzufangen und aufs Papier zu bringen. Ich habe mich nicht getäuscht. Das Cover ist so detailliert, so liebevoll und schillernd geworden, dass es sich als Abbild des Entwicklungsprozesses dieser Schallplatte interpretieren lässt. Das, was ursprünglich mit dem Gefühl einer vollkommen gestörten Kommunikation und Interaktion begann, ist nun zum Symbol einer positiven Symbiose zwischen den Menschen geworden.“ 
 

 

 

Ort: Tanzcafé Ilses Erika

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August 2021