10.02.2022 // 21:30 Uhr

Live: Urlaub In Polen

pandemiebedingt ABGESAGT...
 
 
präsentiert von Ox-Fanzine, livegigs.de, laut.de & ByteFM
 
 
Zehn Jahre ist es her, dass Urlaub in Polen mit der Veröffentlichung ihres fünften Albums Boldstriker auch ihre Auflösung ankündigten. Schlagzeuger Jan Philipp Janzen und Multiinstrumentalist und Sänger Georg Brenner haben aber schon immer eine der seltenen und höchst unwahrscheinlichen Bands gebildet, die trotz anderslautender Marktgesetze den Zusammenhang des eigenen Werks über Trends und Gelegenheiten gestellt hat – ohne dabei zu leugnen, einen je bestimmten historischen Moment zu bewohnen. So wird auf All, ihrem unverhofften, sechsten Album, sofort klar, dass der Begriff der »Reunion«, zumindest im landläufigen Sinn, dieser Angelegenheit nicht gerecht wird. Denn All ist Lichtjahre davon entfernt, einen lauwarmen Aufguss ehemaliger Erfolgsrezepte darzubieten. Stattdessen ist das Album hochgradig ambitioniert und klingt in seinem konzentrierten Vortrag frisch – und doch nicht wie ein Debüt. Denn die erheblichen Vorzüge einer musikalischen Langzeitbeziehung sind an jeder Stelle des Albums merklich. Damit ist nicht nur die Tightness des gemeinsamen Spiels gemeint, die tatsächlich so unfassbar war und ist, wie alle, die Urlaub in Polen live gesehen haben, sagen. Gemeint ist auch eine nur schwer zu erreichende, musikalische Ebene der Vertrautheit mit sich und miteinander, die schon immer die musikalischen Erkundungsreisen der Band getragen hat und die die Dynamiken und Strukturen von All im Ganzen austariert. Akzentuiert wird das Spiel dieser Wechselwirkungen durch die Produktion, für die Janzen (u.a. Gründungsmitglied Teil von Von Spar, aktueller Schlagzeuger von Die Sterne und Produzent von Die Sterne, The Field, PTTRNS, Albrecht Schrader etc.) und Brenner auch verantwortlich sind.
 
Urlaub in Polen war auch schon immer eine Band, die sich jeder Kategorisierung entzogen hat. All präsentiert ihr bislang wohl formal kohärentestes Album, ist aber dennoch alles andere als eine Genrearbeit: Gemeinsam ist den Songs auf All eine Architektonik, die an Krautrock denken lässt und die die weit ausgreifenden Synthesizer- und Gitarrenfiguren auf das Fundament eines fein gewebten Rhythmusarrangements stellt. Die Anklänge an Westküstenpop (die Harmonien und der Bass!), an rheinischen Techhouse und an frühe Dire Straits (der Gesang und die Gitarrenproduktion!) machen All aber zu einer so typisch vielseitigen wie internationalistischen Veranstaltung. Das Album teilt mit den Vorgängeralben das Interesse und die Aufmerksamkeit für klangliche Texturen und Kontraste, geht dabei allerdings zurückhaltender und konzentrierter zu Werke. An der Stelle des Noise rücken Details und die enorme Spielfreude zwischen Brenner und Janzen in den Vordergrund, und zwar gleichermaßen in den stoischen Wüstenkrauthits »Impulse Response« und »THDT«, der polyrhythmischen Nummer »Overall« oder dem discoiden »Proxy Music«. All als musikalisches Statement legt so Zeugnis davon ab, dass für Urlaub in Polen nicht eine musikalische Nische oder inhaltliche Ausrichtungen entscheidend sind, sondern formale Erwägungen und die immer neue Gegenwart des gemeinsamen Spiels: All steht so für nicht mehr und nicht weniger als die neueste Erweiterung ihres Gesamtwerks.
16.02.2022 // 21:00 Uhr

DAS LUNSENTRIO (Tapete Records) + WIDERSTAND DER DINGE (DRAN)

Einlass: 21:00

Beginn: 22:00

VVK via Tixforgigs: https://bit.ly/3n5qyR6
 
 
DAS LUNSENTRIO - 69 Arten den Pubrock zu spielen!
 
So unbestritten die wunderbar kreative Kraft der Destruktion im Fall von z.B. Keith Moons Sprengsatzlegungen, Niki de Saint Phalles Schießbildern oder Pogo in der Straßenbahn ist, so unbesonnen wird leider auch schnell dahergeplappert, dass jede Zerstörung immer auch ein Anfang ist. DIE OFFENBACHER KÜCHENZERSTÖRUNG zumindest ist einer, nämlich der Opening Track des neuen LUNSENTRIO-Albums 69 ARTEN DEN PUBROCK ZU SPIELEN und somit auch der Startschuss beim neuen Label Tapete Records.
 
Und PUBROCK ist nun auch schon mal das absolut treffendste Schlagwort für die kommenden Lunsensaison: Zum einen kann Nick McCarthys persönlicher Weg hinaus aus den weißgekachelten Franz-Ferdinand-Nightlinern und hinein in die biernasse Geselligkeit der letzten Tram nach Hause durchaus analog zur historischen Entstehung des Genres Pubrock als Gegenentwurf zum Stadien- und Super-Rock gesehen und gehört werden.
 
Dazu Hank Schmidt in der Beeks Lyrics, die immer wieder allzu gern aus der Schultheisskneipe „Zum Goldenen Hahn“, aus Peters Irish Pub, der Ewigen Apfelweinschänke Pompidou oder vom Wattenscheider Oi!-the-Tresen (aber auch von anderem) berichten.
 
Und schließlich wird jede/r, dem bei einem LUNSENTRIO-Gig in Schuppen wie dem Hamburger Pudel oder dem Münchner Kafe Kult schon mal Sebastian „Seb-I“ Kelligs Drumsticks um die Birne geflogen sind, genau wissen, was hier mit PUBROCK gemeint ist.
 
Und wenn dann noch Albert Pöschl - der seit jeher am liebsten und vor allem nur dort dabei ist, wo es nicht massentauglich zugeht - und der unverwüstliche Martin Tagar mit Bass und Gitarre den Rest aus den Steckdosen holen, dann ist das alles in allem tatsächlich endlich mal wieder brandneues Schmierfett für die kleine und schon lang nicht mehr auf und zu gemachte Schublade, auf deren Grund es sich Dr. Feelgood, Ian Dury und die Blockheads und der Prä-Punk von Eddie and the Hot Rods so gemütlich eigerichtet haben und sich schon auf Gesellschaft freuen.
 
 
WIDERSTAND DER DINGE eröffnen den ganzen Salat!
 
Ilses Erika Betreiber Jo Erlbacher (Gesang/Gitarre) und sein Booker Ben Ebelt (Drums) flatschen Euch zusammen mit Bassist Uli Minati die fetten Knaller ihrer beiden bisherigen Alben ins Gesicht. Das letzte Album SCHNAUZER HALTEN erschien dieses Jahr auf Vinyl und ist ein Must Have in jedem gut sortierten Schallplattenhaushalt!